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Albanesen, mit der Geschichte der Pelasger und des alte Epir

Posted: Sat Apr 16, 2011 10:29 pm
by Arbëri
Literarisches Centralblatt für Deutschland , 1867


Muttersprache, aus welcher die griechische und lateinische hervor, gegangen seien. Einige Jahre früher hatte der Docent der helleni. schen und lateinischen Literatur an der Universität Athen, Kupitoris von der Insel Hydra (deren Bewohner bekanntlich meist Nach, komme» albenesischer Niederlassungen sind), nachgewiesen, daß der llloanesische Voltsftamm hellenisch, nämlich pelasgisch oder üolisch sei, und daß die llloanesische Sprache viele Beziehungen zur üolischen habe und die Wurzeln der letzteren in der albanesifchen Sprache sich finden, und auch von anderer Seite ist von Griechen» land aus werthoolles linguistisches Material zusammengetragen worden, woraus sich eine innige Verwandtschaft zwischen Neu. griechischem und Pelasgischem Albllnesischem) ergiebt. Jedenfalls lann hiernach die Verwandtschaft des Albanesischen mit den indo» europäischen Sprachen als erwiesen angesehen werden, und auch deutsche Sprachforscher sehen sie dafür an. Auch der Verfasser der vorliegenden „6l2Min»l<i>ußi»" und des,^ppei>ä>e<:", ein albanese fischer Grieche aus Sicilien, nimmt eine ursprüngliche Verwandt, schuft der albanesischen und hellenisch.lateinischen Sprache an, und sucht sie durch eine, im ersten Theile seiner ,,8lucli üloloziei" ge> geben« vergleichende Grammatik der albanesischen und hellenischen Sprache darzuthun. Auf dieses Gebiet kann Referent dem Ver. fassei nicht weiter folgen. Von besonderem Werthe ist dagegen der llls „Appendice" bezeichnete zweite Theil. Er enthüll außer einer reichhaltigen albanesischen Chrestomathie eine aussührliche Ein. leitung, die sich lheils mit der älteren Geschichte der Albanesen, d.h. mit der Geschichte der Pelasger und des alten Epirus in ihren Beziehungen zu Macedonien und Griechenland, wie mit der Geschichte Albaniens im Mittelalter (vor 1453 und nachher), lheils mit der Sprache und Poesie der Albanesen beschäftigt, und über die ethnographische und linguistische Seite der albanesischen Sprache vieles Licht und Belehrung verbreitet. Für die Geschichte des alten Landes und seines Voltsstammes geht der Verfasser in den obenbemertten Beziehungen von weiten und großartigen Gesichtspunkten aus, die in der Einheit der illyrisch, macedonisch, epiiolijchen Stämme mit den hellenischen ebenso für die Ver. gangenheit ihren Ausgangspunkt haben, als sie in ihr auch einen Stützpunkt für die Zukuuft finden. Was der Verfasser über die lllbllnefische Sprache nach ihren einzelnen Dialekten und über die Dichtkunst der Albancfen bemerkt und beibringt, läßt ihre befon. deren Eigenthümlichleiten, aber doch auch eine gewisse Hinneigung zu griechischem Wesen in Form und Gehalt erkennen. In Er. mangelung einer eigenen Literatur, die in der Beschaffenheit der Sprache und in anderen inneren und äußeren Ursachen ihre Schwierigleiten findet und woraus sich der Mangel selbst erklärt, beschränkt sich die vorliegende Chrestomathie auf wenige Stücke in Prosa, nämlich Übersetzungen aus dem Neuen Testamente, und auf ein Märchen aus dem Werte von Hahn's, fast alles Uebrige sind Volkslieder, lheils profane, theils kirchliche Gesänge, und sie enthalten ebenso Gedrucktes wie Ungedrucktes, Voltslieder aus Albanien, aus den albanesischen Colonien in Griechenland, Italien und Sicilien. Der Herausgeber theilt sie in der Ursprache (mit griechischen Buchstabe») und in italienischer Übersetzung mit und er erklärt dann in weiter ausführenden Anmerkungen Manches, theils in sachlichen Beziehungen, theils in sprachlicher Hinficht. Auch hierbei weist er namentlich viel Griechisches in einzelnen albanesischen Wörtern nach. Unter den mitgetheillen profanen Voltsliedern sind viel Balladen, von denen manche an neugriechische erinnern, andere führen in das häusliche Leben des Volks ein, oder es sind Nationalllagen voll tiefer rührender Sehnsucht nach der alten Heimllth, die sie einst verlassen haben, oder Lieder der Liebe. Sie sind im Allgemeinen der ungekünstelte Ausdruck eines Ursprung, lichen und naturwüchsigen, mild leidenschaftlichen Nationalchaial. ters, aber voll Phantasie und tiefer Gefühle. Der Herausgeber spricht auch den Albanefen eine gewisse geistige Empfänglichkeit und Nildungsfähigleit zu, die sich auch in neuerer Zeit z. N. in den albanesifchen Niederlassungen Griechenlands offenbart hat, und von

ihrer Sprache bemerkt er in diesem Betracht, daß in ihr dil zur Bildung einer wohlgeregelten Sprache vorhanden seien dann wohl auch zu einer wissenschaftlichen Ausbildung einer eigenen Literatur würde bringen können. Na! sprach auch der obengenannte Bischof Crispi seine Meinu» aus, daß sich die albanesische Sprache ihrem gefammlen nach besonders glücklich zur Dichtkunst eigene. Referent Ganzen dafür, daß der Verfasser des vorliegenden Nuchz Ergebnisse seiner wesentlich auf selbständige» Forschungen! den Erörterungen und für den reichen Stoff, theils zur Aus der geschichtlichen Vergangenheit, sowie der Nationali heutige» Albanese», theils zur Kenntniß ihrer Sprache u»! nalen Eigenthümlichleiten, den er hier zusammengetragen! um so sorgfältigere Beachtung uud Vcrwerthung von ^ Ethnographen und Linguisten des Abendlandes neid! mehr gerade hier das ins Gewicht füllt, daß er selbst^ Albanese ist.

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